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Im Glanze der Lichter: Weihnachtsmärkte haben in Thüringen eine lange Tradition


Weihnachtsmärkte haben auch in Thüringen eine lange Geschichte. Ihre Rolle hat sich über die Jahrhunderte gewandelt – von der Versorgung zum Vergnügen. Ein Blick zurück.

Eröffnung des 168. Erfurter Weihnachtsmarktes auf dem Domplatz durch den Nikolaus und dem Oberbürgermeister Andreas Bausewein. Bühnenprogramm mit Gospelchor, Handglockenchor, dem Weihnachtsmärchen Aladin und die Wunderlampe, Feuerwerk am Riesenrad und Herabsteigen des Nikolaus mit zwei Engel über die Himmelsleiter. Foto: Marco Schmidt Eröffnung des 168. Erfurter Weihnachtsmarktes auf dem Domplatz durch den Nikolaus und dem Oberbürgermeister Andreas Bausewein. Bühnenprogramm mit Gospelchor, Handglockenchor, dem Weihnachtsmärchen Aladin und die Wunderlampe, Feuerwerk am Riesenrad und Herabsteigen des Nikolaus mit zwei Engel über die Himmelsleiter. Foto: Marco Schmidt

Wie heute boten auch in früheren Zeiten Weihnachtsmärkte die Gelegenheit, sich mit Geschenken einzudecken und dabei auch ausgefallenere Wünsche zu befriedigen. Vom Weimarer Dichterfürsten Johann Wolfgang Goethe ist ein Brief vom November 1830 überliefert, in dem er hofft, dass auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt „gewiß solche Kästchen zu haben seyn, worin mancherlei Geräthschaften zu Taschenspieler-Künsten mit Anweisung zum Gebrauch beysammen sind.“ Ein solches wünsche er baldigst durch die fahrende Post zu erhalten. Erste Weinachtsmärkte gab es wohl schon im frühen Mittelalter. Seit dem 14. Jahrhundert kennt man den Brauch, Handwerkern wie Korbflechtern, Spielzeugmachern oder Zuckerbäckern die Erlaubnis zu erteilen, auf dem Marktplatz Verkaufsstände zu errichten, um dort ihre Erzeugnisse und Produkte vor dem Fest zu verkaufen.

Märkte für Kleidung und Lebensmittel

Auch damals war die Befriedigung leiblicher Genüsse schon ein wichtiger Bestandteil des Marktgeschehens. Geröstete Kastanien, Mandeln oder Nüsse wurden freilich noch nicht in den Mengen angeboten wie heute. Vielmehr nutzte man die Märkte dafür, sich vor der kalten Jahreszeit noch einmal richtig mit Kleidung und wichtigen Überlebensmitteln wie Kartoffeln, Fleisch oder Viehfutter einzudecken. Der berühmte Dresdner Striezelmarkt startete in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts als eintägiger Fleischmarkt, wo man den Weihnachtsbraten auswählen konnte.

Ob damals auch schon heiße Glühweine ausgeschenkt wurden, ist fraglich – beliebt waren im Mittelalter aber kalt getrunkene Würzweine, die dem Lieblingsgetränk heutiger Weihnachtsmarktbesucher ähnlich gewesen sein dürften. Bei Theodor Fontane ist die Rede von „Grog oder Schokolade mit Schlagsahne“.

Über die Jahrhunderte veränderte sich der Charakter der Weihnachtsmärkte mehr und mehr von Versorgungsmessen hin zu Treffpunkten für Vergnügen und Vorfreude. Bettina von Arnim berichtet Clemens von Brentano von einem Töpfer auf dem Weihnachtsmarkt, der einen ganzen Korb voll Tiere gebacken und bunt glaciert habe, um diese fürs Kindervolk anzubieten, dass „seinen Korb umringt und mehr danach verlangt habe als nach allen andern Spielsachen“.

Weihnachtsfreuden für Arm und Reich

Dass die Freude an den Märkten aus Licht und Düften Arm und Reich schon immer gleichermaßen erfasste, belegen die Zeichnungen glücklicher Arbeiterkinder eines Heinrich Zille. Den Text dazu liefert die Frauenrechtlerin Louise Büchner 1868 in ihren „Weihnachtsmärchen für Kinder“: „Vor vielen, vielen Jahren, als ihr noch lange nicht auf der Welt waret, ist der Weihnachtsmarkt schon ebenso schön gewesen wie heute, und alle Kinder der Stadt, die armen wie die reichen, gingen hin, sich die Herrlichkeiten zu betrachten.“

Die ältesten Weihnachtsmärkte in Thüringen

Der Jenaer Weihnachtsmarkt gilt, zumindest nach Aktenlage, als einer ältesten in Thüringen. Bereits am 14.12.1803 machte der Händler Samuel Hempel im „Jenaischen Wöchentlichen Anzeiger“ bekannt, dass er den bevorstehenden Weihnachtsmarkt mit einem Pelzmode-Warenlager bezieht. Bereits im Jahr 1746 verhandelte der Stadtrat einen Händler-Antrag, Nürnberger Lebkuchen in der Woche vor den Weihnachtsferien verkaufen zu dürfen.

Der Erfurter Weihnachtsmarkt zwischen Domplatz, Anger und Wenigemarkt hat ebenfalls eine lange Tradition. Der städtischen Marktordnung von 1845 ist zu entnehmen, was auf dem vom 17. bis 24. Dezember andauernden Erfurter Christmarkt gehandelt wurde: „Kartoffeln, Getreide, Mehl jeder Art, Brot, ... , kleine vierfüßige Tiere, ... Fisch- und Fleischwaren gesalzen und geräuchert“. Erlaubt waren auch „Bretter, Teer, Pech, Brennholz, Weiden, Schilf, Rohr, Gras, Heu, Viehfutter ...“. Einzig „Spielzeug für Kinder, Zuckerbäcker- und Lebküchlerware“ sowie „Äpfel, Nüsse und Südfrüchte“ gaben demnach dem Markt schon damals ein wenig weihnachtliches Flair.

Zur Weimarer Weihnacht gehört seit der Goethezeit ein strahlender Weihnachtsbaum, der seinerzeit erstmals aus der gutbürgerlichen Wohnstube des großmütigen Weimarer Buchhändlers Hoffmann hinaus auf den Markt gestellt wurde. Dies war 1815 der erste öffentliche Weihnachtsbaum in Deutschland. Der Brauch breitete sich rasch über die Stadtgrenzen hinaus aus.



 

Geschrieben von: Hausmeister am 02.12.2018

 

 

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