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Slayer in Erfurt - Halbgötter in Schwarz


Brachialer Sound, düstere Texte und Wehmut: Die Kult-Band Slayer spielte in der ausverkauften Messehalle in Erfurt.

Sänger Tom Araya im Erfurter Konzert. Foto: Martin Moll Sänger Tom Araya im Erfurter Konzert. Foto: Martin Moll

Erfurt. Als das Konzert als solches vorbei war, stand Tom Araya alleine auf der Bühne. Er wollte sie partout nicht verlassen. Es hatte den Anschein, dass der Frontmann und Bassist von Slayer, die gerade auf weltweiter Abschieds-Tour sind, den Moment da oben im Scheinwerferlicht konservieren wollte. Da stand nun der mittlerweile 57-Jährige wie eine Mischung aus Thrash-Metal-Messias und gütigem Großvater, der noch einmal seine Lieben um sich haben möchte, bevor er denn dahinscheidet. „Slayer, Slayer, Slayer“, skandierte ein Großteil der rund 10.000 Fans zum Abschied, die sich gut 90 Minuten dem brachialen Sound der Halbgötter in Schwarz aus Kalifornien am Freitagabend in der ausverkauften Messehalle in Erfurt hingaben. Metal-Musik entfaltet ja letztlich immer dann ihre größte Strahlkraft, wenn man sie im Kollektiv erleben darf, gemeinsam in den derben und zugleich herrlichen Sound aus schnellen, heulenden Gitarren und einem maschinengewehrartigen Schlagzeug eintauchen kann.

Kerry King (Gitarre/54), Gary Holt (Gitarre/54), Paul Bostaph (Drums/54) und eben Tom Araya befriedigten das Bedürfnis ihrer Anhängerschaft problemlos, wenn auch frei von Experimenten und Überraschungen. Doch der gemeine Schwermetaller schätzt sowieso das Altbewährte. Letztlich zehren Slayer auch von ihrem eigenen skandalträchtigen Mythos. Sie sind nun einmal das Original in puncto harter Musik und verstörender Texte. Die Anhängerschaft – natürlich im Slayer-Shirt oder zumindest Artverwandtes – war schlichtweg selig darüber, ihre großen Hits noch einmal in Reinform erleben zu dürfen. Vor der Bühne ein Moshpit, ansonsten Satansgruß und nickende Kopfbewegungen allerorts, gleich ob stehend oder sitzend. Kurzum: alle Zeichen standen auf Heldenverehrung.

„Repentless“ eröffnete den martialischen Reigen, bevor „God Hates Us All“ kredenzt wurde. Vor „War Ensemble“ richtete Tom Araya das erste Mal das Wort an das Publikum. Eine kurze Verschnaufpause beim verhältnismäßig langsamen „Seasons in the Abyss“, bevor im letzten Block mit „Hell Awaits“ – mit perfekt abgestimmter Feuershow –, „South of Heaven“, „Raining Blood“ – das Publikum vor der Bühne tauchte in rotgetränktes Licht ein – sowie „Chemical Warfare“ und „Angel of Death“ die 80er-Jahre beschworen worden. Slayer-Fan, was willst du mehr.Zum Abschied hauchte Tom Araya noch ein „Dankeschön“ ins Mikrofon, dem ein „Ich werde euch vermissen“ folgte. Da schwang reichlich Wehmut bei jenem Mann mit, der zuvor noch hingebungsvoll über Hass, Krieg, Hölle und Tod sang

 

Marcus Schulze / 03.12.18


 

Geschrieben von: Hausmeister am 03.12.2018

 

 

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