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Bin immer noch die verrückte Nudel: Kristina Vogel verblüfft nach Lähmung mit positiver Einstellung


Nach der Schock-Diagnose verblüfft die gelähmte Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel mit ihrer positiven Lebenseinstellung.

Auch nach ihrem Unfall kann sich Kristina Vogel auf die Unterstützung ihrer Fans verlassen. Foto: Sascha Fromm Auch nach ihrem Unfall kann sich Kristina Vogel auf die Unterstützung ihrer Fans verlassen. Foto: Sascha Fromm

Erfurt. Als Kristina Vogel die Schock-Diagnose öffentlich gemacht hatte, war sie endlich im Leben zurück. Nur ein paar Stunden später bedankte sie sich mit persönlichen Worten auf Instagram für die überwältigende Unterstützung aus aller Welt . „Ihr gebt mir so viel positive Energie und Stärke. Ich musste mich durch die schwersten Wochen meines Lebens kämpfen, aber ich lebe“, schrieb die 27 Jahre alte Olympiasiegerin, die seit ihrem Unfall am 26. Juni auf der Radrennbahn in Cottbus querschnittsgelähmt ist und im Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn auf ihr neues Leben im Rollstuhl vorbereitet wird. „Dort wird sie so professionell betreut, wie man es sich nur wünschen kann“, sagt ihr Manager Jörg Werner.

Am kommenden Mittwoch wird sich Vogel im Berliner Krankenhaus erstmals nach den schrecklichen Stunden in Cottbus und den ersten Tagen in der Klinik mit Todesangst in aller Öffentlichkeit zum Geschehen und ihren Zukunftsplänen äußern. Neben ihr werden Prof. Dr. Axel Ekkernkamp als Ärztlicher Direktor und Chefarzt An-dreas Niedeggen Auskunft geben. Warum sie bereits vorher dem Nachrichtenmagazin Spiegel ein Interview gab, erklärte sie ebenso auf Instagram den Fans.

„Ich habe mir überlegt, wie ich mich äußere, wie es mich belasten kann und wie schützen. Aber auch wie ich euch am meisten zurückgeben kann – daher das Interview mit dem Spiegel. Ich musste so nur einer Journalistin mein Herz ausschütten und meine verletzbarste Seite zeigen.“ I n dem Interview offenbart die Erfurterin neben Einzelheiten um den dramatischen Rettungseinsatz in Cottbus vor allem eines – ihren unglaublichen Willen, sich schnell mit dem neuen Leben im Rollstuhl zu arrangieren . „Manchmal liege ich im Bett und trainiere heimlich mit dem Theraband“, sagt Vogel in dem Interview und fügte später pragmatisch hinzu: „Meine Arme sind jetzt halt auch meine Beine.“

Liebend gerne hätte sich Vogel bei der WM 2019 in Polen mit dem zwölften WM-Gold zur erfolgreichsten Bahnrad-Sportlerin aller Zeiten gekrönt. „Nach elf super schönen und erfolgreichen gemeinsamen Jahren ist es schwer zu glauben, dass wir bei keinem Wettkampf mehr gemeinsam am Start stehen können“, schrieb Olympiasiegerin Miriam Welte an ihre ehemalige Teamkollegin, mit der sie 2012 in London olympisches Gold im Teamsprint eroberte.

Dass Vogel in ihrem neuem Leben im Rollstuhl wie in der Vergangenheit abseits des Leistungssports als Bundespolizistin zum Beispiel auf dem Erfurter Hauptbahnhof mit Kollegen auf Streife geht, ist nicht mehr möglich. Es gibt aber bereits Signale für eine sichere Zukunft.

Berufliche Zukunft bei der Polizei ist gesichert

„Mein Arbeitgeber, die Bundespolizei, unterstützt mich sehr und hat mir verschiedene Optionen aufgezeigt, was ich mit meiner Lähmung noch leisten kann“, sagte Vogel.

In den kommenden Wochen wird ihr erst kürzlich fertiggestelltes Haus umgebaut, damit sie künftig ein so unabhängiges Leben wie möglich führen kann. Die Badezimmer, Küche und Treppen müssen verändert werden. Auch dabei sollen die 120 000 Euro helfen, die bei der von ihrem Chemnitzer Team Erdgas 2012 initiierten Spendenaktion zusammengekommen sind. Zudem braucht sie ein umgebautes Auto. Das Geld könne sie auch gut gebrauchen, „um sich einen geilen Rollstuhl aus Carbon zu kaufen.“

Wer für den Unfall am jenem 26. Juni verantwortlich ist, darüber macht sich Vogel keine Gedanken. Wie es zu dem Unfall kam, habe sie in den Bruchteilen von Sekunden nicht mitbekommen. Auch in diesem Fall blickt die Olympiasiegerin lieber nach vorn. „Solche Dinge passieren, dürfen aber nicht passieren. Vielleicht ist das meine Aufgabe im Leben. Sicherzustellen, dass so etwas wie mir nie wieder passiert. Insofern habe ich vielleicht doch schon einen kleinen Plan“, sagte Vogel.

Die Sportwelt bewundert ihren Willen. „Sportdeutschland und wir alle stehen seit dem schweren Trainingssturz hinter Kristina und ihrer Familie“, sagte Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Auch im Ausland stieß das Schicksal der Thüringerin auf Mitgefühl. „Schlimme Nachrichten von Kristinas schweren Verletzungen, doch ihre Einstellung und Stärke werden alles überstrahlen. Meine ganze Liebe für Dich“, twitterte Sprint-Olympiasiegerin Anna Meares aus Australien, die wie die Thüringerin in ihrer Karriere zwei Olympiasiege und elf WM-Goldmedaillen holte.

Auch wenn Kristina Vogel nur 13 Wochen nach ihrem dramatischen Unfall noch keine konkreten Pläne für die Zukunft hat, füllt sie dieses Vakuum längst aus. „Ich möchte Motivation für andere sein. Egal, was das Schicksal für einen bereithält, das Leben geht weiter“, sagte Vogel und verblüffte mit der ihr eigenen Lockerheit: „Ich bin noch da und immer noch dieselbe verrückte Nudel.“

Axel Lukacsek / 10.09.18


 

Geschrieben von: Hausmeister am 10.09.2018

 

 

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