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Durchbruch nach 22 Jahren: Mann in Erfurt nach Mord an 10-Jähriger Ramona K. in Haft


Die Soko Altfälle in Jena steht kurz vor der Aufklärung eines zweiten jahrzehntealten Kindermordes. Am Sonntag wurde ein 56-jähriger, mehrfach vorbestrafter Sexualstraftäter, in Erfurt festgenommen und in geschlossenen Vollzug gebracht.

Archivfoto: Steve Bauerschmidt Archivfoto: Steve Bauerschmidt

Jena / Erfurt. Der Mann verbüßt gerade das Ende einer Freiheitsstrafe wegen Drogenvergehen und sexuellen Missbrauchs, allerdings im offenen Vollzug eines Thüringer Gefängnisses.

Parallel zur Festnahme gab es vier Durchsuchungen, sagte am Montag eine Sprecherin der Landespolizeiinspektion Jena. Diese richteten sich auch gegen weitere Personen bei denen die Ermittlungsbehörden Beweismittel vermuteten. Zu Details und Ergebnissen der Durchsuchungen wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen.

Der Verdächtige befand sich am Sonntag während seiner Festnahme Polizeikräfte in Erfurt in einem genehmigten Ausgang.

Ramona K. 1996 in Jena verschwunden

Die zehnjährige Ramona K. war im August 1996 im Jenaer Stadtteil Winzerla auf dem Weg von der Schule nach Hause verschwunden. Trotz intensiver Fahndung und Suche durch die Polizei, fehlte von der Schülerin sechs Monate lang jede Spur. Erst im Januar 1997 entdeckte ein Jäger ihren Schulranzen und dann die sterblichen Überreste in einem unzugänglichen Waldgebiet bei Großburschla, nördlich von Eisenach.

Wie das Mädchen dorthin gekommen ist? Länger als 20 Jahre konnten die Kriminalisten keine Antwort geben. Ramona K. wäre inzwischen 32 Jahre alt. In ihrem Fall zeichnete sich trotz intensiver Bemühungen 22 Jahre lang kein Ermittlungserfolg ab. Jetzt steht die Soko „Altfälle“ vor einem Durchbruch. Der 56-jährige verurteilte Sexualstraftäter gilt als dringend tatverdächtig.

Zweiter Ermittlungserfolg der Soko „Altfälle“ möglich

Noch fehlt aber der letzte Nachweis für seine Schuld. Deshalb reagieren Polizei und Staatsanwalt derzeit zurückhaltend. Sollte es gelingen, auch anhand der bei den Dursuchungen sichergestellten Gegenstände, ihm das Verbrechen an dem zehnjährigen Mädchen nachzuweisen, wäre das innerhalb eines Jahres bereits der zweite Ermittlungserfolg der Soko „Altfälle“.

Denn bereits im März dieses Jahres konnte die Soko den 26 Jahre alten Mord an Stephanie D. aufklären. Das ebenfalls zehnjährige Mädchen ist im August 1991 im Park an der Ilm in Weimar verschwunden, nachdem es mit einem Fremden mitgegangen war. Tage später fanden Kinder ihre Leiche unter der Teufelstalbrücke an der Autobahn A4 in der Nähe des Hermsdorfer Kreuzes. Ihr Mörder soll das misshandelte Kind von der Brücke in den Abgrund geworfen haben.

Die Soko konnte einen 64-jährigen Beschuldigten ermitteln, der in Berlin lebt und damals als Kraftfahrer gearbeitet hatte. Er wurde im März dieses Jahres festgenommen und soll geständig sein.

Dritter Mordfall wird weiter untersucht

Parallel dazu ermittelt die Soko auch noch im Fall Bernd B. Der neunjährige Junge war vor 25 Jahren in Jena tot in der Nähe des Saaleufers aufgefunden worden. Auch nach seinem Verschwinden fahndete die Polizei im Juli 1993 mehrerer Tage erfolglos nach ihm.

Im Juli dieses Jahres hat die Polizei in Jena etwa 300 Personen zu einem DNA-Test vorgeladen. Die Ermittler wollen herausfinden, wer 1993 einen in den Akten vorhandenen Brief geschrieben und abgeschickt hat, der Hinweise zu dem Fall enthalten soll. Ob die DNA-Reihenuntersuchung erfolgreich war, dazu hüllen sich die Kriminalisten bisher in Schweigen.

Wie im Fall Stephanie D. soll der mögliche Durchbruch beim Mord an Ramona K. auch durch ein nochmaliges gründliches Aktenstudium erfolgt sein.

Die Soko „Altfälle“ war im Oktober 2016 auf Anregung des damaligen Innenministers, Holger Poppenhäger (SPD), bei der Landespolizeiinspektion Jena eingesetzt worden. Ermittler hatten damals am Fundort der sterblichen Überreste von Peggy K. auch DNA des 2011 verstorbenen Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt sichergestellt. Spaziergänger machten den grausigen Fund in einem Waldstück bei Rodacherbrunn im Saale-Orla-Kreis, in der Nähe zur Grenze nach Bayern gemacht.

Bayerische Ermittler versuchen bis heute den Mord an der neunjährigen Schülerin aufzuklären, die 2001 auf dem Schulweg verschwunden ist. Die DNA-Spur von Böhnhardt erwies sich als Trugspur, die erst während der Tatortsicherung 2016 dorthin gelangt sein kann. Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Bayreuth, die Tatortgruppe des Thüringer Landeskriminalamtes (LKA) hätte unsauber gearbeitet, konnten auch durch ein Gutachten nicht belegt gestützt werden.

Ermordete Kinder von Jena: Auf dem Schulweg verschwunden

„Cold Cases“ in Thüringen - Soko will drei alte Kindermorde im Raum Jena aufklären

Kai Mudra / 18.09.18


 

Geschrieben von: Hausmeister am 18.09.2018

 

 

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