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#angsträumeschaffenistuncool


Erfurts CDU-Oberbürgermeisterkandidatin Marion Walsmann will Sicherheit erhöhen und erntet dafür in Sozialen Medien Kritik

Schmierereien an den Wänden empfangen Bahnreisende beim Ausstieg am Bahnsteig des Erfurter Nordbahnhofs. Foto: Marco Schmidt Schmierereien an den Wänden empfangen Bahnreisende beim Ausstieg am Bahnsteig des Erfurter Nordbahnhofs. Foto: Marco Schmidt

Erfurt. Marion Walsmann hat nichts gegen Graffiti, wenn sie mit Einwilligung des Eigentümers graue Wände bunt machen. Schmierereien und sogenannte Tags aber, wie sie die CDU-Kandidatin für das Oberbürgermeisteramt beispielsweise an historischen Mauern des Petersbergs nicht lange suchen musste, hat sie bereits seit Jahren den Kampf angesagt. Auf Fotos in ihrem Instagram-Account betrachtet sie die Mauern traurig bis wütend. Ein Foto dieser Serie aber hat Kreative verärgert, die nun Kritik auf die OB-Kandidatin einprasseln lassen: Es zeigt in der Graffiti-Serie den Erfurter Nordbahnhof – versehen mit Hashtags wie „Ordnung“, „Sicherheit“, „illegal“ und „Kriminalität“. Den auslösenden Satz „Im Dunkeln möchte man hier nicht aus- oder einsteigen. Bahnhof Erfurt Nord“ hat Walsmann inzwischen offenbar als missverständlich erkannt, ihn gelöscht und durch „Ordnung und Sicherheit schaffen und der Kultur ihren Raum geben“ ersetzt. An der aufbrandenden Kritik änderte das nichts.

So stellt die „Ständige Kulturvertretung Erfurt“ fest – als Sprachrohr von kulturell und kreativ Aktiven der Stadt: „Wir steigen hier sehr, sehr gerne aus“ und listet knapp 30 Akteure des Erfurter Nordens von AJZ über Kontakt in Krisen bis Werft 34 namentlich auf. Die „Kollektive Offensive“ schreibt in ihrem Blog: „Die Arbeit und das Engagement aller Beteiligten und Helfer, die in den letzten Jahren den alten Erfurter Nordbahnhof durch Frau Korte (Club) und das Woodstock (Plattenladen) wiederbelebt haben, wird durch einen scheinbar banalen Social-Media-Post schamlos diskreditiert“. Dabei sei unerheblich, ob aus Ignoranz oder blanker Unwissenheit. Kultur- und Veranstaltungsorte würden stigmatisiert, bei Ortsfremden und Unwissenden ein völlig falscher Eindruck erzeugt.

Ein paar Schriftzeichen seien keinesfalls ein Zeichen dafür, dass der Erfurter Norden der urbanen Verwahrlosung anheim falle oder sie den Erfurter Norden ins Elend stürzten. Ein Kommentator schreibt: „Nur weil eine Ecke nachts dunkel wird, wird sie nicht unsicher.“ Ein toller Standort werde in ein hässliches Bild gerückt, kommentiert ein anderer. Walsmann will die Kulturaktivitäten von ihrer Kritik ausgenommen wissen, sie stelle die Kreativität der Leute nicht in Frage. Das nächtliche Warten auf den Zug werde jedoch als unangenehm empfunden, schreibt sie. Und fragt in die Runde, wie man diesen Menschen ein sicheres Gefühl geben könne. „Keine Angstmache über Social Media wäre ein Anfang“, lautet eine der ersten Antworten darauf.

Andere haben ihre Kritik an Walsmann mit dem Hashtag „#angsträumeschaffenistuncool“ gekennzeichnet oder aber mit „#Unwissenheitschütztvor-shitstormnicht“.

Frank Karmeyer / 19.02.18


 

Geschrieben von: Hausmeister am 19.02.2018

 

 

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